Frischer Wind und Frauenpower in der Kunstgalerie

Collage_Marjana

Galerieleiterin MARJANA KNOLL blickt auf 10 Jahre im Dienste von Kunst und Kultur zurück

Ein wenig überrascht ist sie schon, dass mittlerweile zehn Jahre vergangen sind, seit sie das erste Mal ihren Fuß in die Galerie ART IN setzte – damals noch als Minijob und zeigt sich über die Auswahlkriterien amüsiert. „Groß und keine Angst auf Leitern zu steigen“, hieß es. Diese Voraussetzungen brachte sie mit und fuchste sich recht schnell in die Arbeitsabläufe ein. Doch erst 2012 macht sie Nägel mit Köpfen und wagte den Sprung zur Galerieleiterin.

++ Warum eigentlich erst so spät?

Es hat mir zwar schon immer richtig viel Spaß gemacht und als ich mehr und mehr in die Arbeit reinwuchs, merkte ich schon, dass das „mein“ Beruf werden könnte. Aber eine Galerie zu leiten, ist ja auch eine verantwortungsvolle Sache. Das musste reifen.

++ Jetzt bist du nun seit 2012 im „Geschäft“. Wie muss man sich deinen Arbeitstag vorstellen?

Neben den permanent laufenden Ausstellungen gilt es, Veranstaltungen zu planen und auch in die Galerie zu holen. Dabei muss ich natürlich auch immer die Finanzen im Blick behalten, da ja der Kunstverein Meerane e.V. dafür verantwortlich ist. Und sobald eine Veranstaltung in die engere Auswahl gekommen ist, gilt es dann, entsprechende Verträge zu schließen.

++ Es ist also auch Teamarbeit?

Ohne ein gutes Team, wäre man als Leiterin einer Galerie aufgeschmissen. So möchte ich an dieser Stelle mal ein dickes Dankeschön an den Vorstand und Verein sagen. Es gilt so viele Dinge im Blick zu haben. Ich habe da wirklich Glück, dass unsere geballte Frauenpower gut harmoniert und wir uns auch als kleine Galerie nicht vor den großen verstecken müssen.

++ Aber heißt es nicht immer, hier sei nichts los?

Ja, so sagt man es. Aber die Tatsachen sprechen eine andere Sprache. Unsere Vernissagen – welche mitten in der Woche stattfinden – sind immer gut besucht. Meist kommen zwischen 80 und 100 Gäste aus Nah und Fern. Da sind wir unheimlich stolz drauf, denn Auswärtige – oft aus Großstädten kommende Besucher – sind immer positiv überrascht, wie viele Leute anwesend sind. In den Gesprächen erfahre ich, dass das in anderen Galerien nicht unbedingt die Regel ist. Im vergangenen Jahr konnten wir eine neue Besucherhöchstzahl von 5.000 verzeichnen.

++ Dafür braucht man aber auch genügend ausstellende Künstler!

Wir haben im Jahr sechs verschiedene Ausstellungen und planen bereits für 2017. Da sind wir wirklich auch gut aufgestellt.

++ Da brennt mir gleich die nächste Frage auf den Nägeln: Wie kommt man als Künstler überhaupt in den Genuss in der ART IN ausstellen zu dürfen? Gibt es da bestimmte Kriterien?

Man muss sich bei uns für eine Ausstellung bewerben. Das kann man über den postalischen Weg machen oder aber per E-Mail. Wichtig ist eine kurze Vorstellung der Person und natürlich der Kunstwerke. Die Unterlagen sammeln wir und der Vorstand des Kunstvereins stimmt demokratisch darüber ab.
Von den sechs Ausstellungen werden fünf auf diese Art ausgewählt und eine Ausstellung besetzt die Galerie auf eigenen Wunsch.

++ Das bedeutet?

Da sprechen wir den/die Künstler an. Das kann auch über einen Hinweis erfolgen oder auch eine Empfehlung sein.

++ Ihr seit also auch offen für Vorschläge?

Auf jeden Fall. Innovation ist zwar ein abgedroschener Begriff, aber wir wollen auch am Puls der Zeit bleiben und freuen uns da sehr, wenn wir gute Empfehlungen und Hinweise bekommen. Schließlich soll niemand zu kurz kommen.

++ Deshalb gibt es auch seit kurzem die Galerie im Treppenhaus. Das war ja nicht immer so!?

Richtig. Da sind wir sehr dankbar, dass uns die Stadt grünes Licht gegeben hat, das Treppenhaus im Kunsthaus ebenfalls nutzen zu dürfen und auch für die Unterstützung von Erika Jentzsch, welche sich hier sehr einbringt. Denn mittlerweile beteiligen sich alle(!) Meeraner Schulen daran und die Vernissagen zur Galerie im Treppenhaus sind richtig gut besucht, denn hier werden Schülerarbeiten der breiten Öffentlichkeit präsentiert – Kunstwerke, welche im Rahmen des kreativen Unterrichtes entstanden sind. Es ist richtig toll, wenn man die Stufen zu Galerie erklimmt und bereits vom Eingang mit ansprechender junger Kunst begrüßt wird.

++ Da scheinen ja keine Wünsche mehr offen zu sein, oder hat eine Galerieleiterin auch einen persönlichen Wunsch, wen sie sehr gerne mal in der Ausstellung sehen würde?

Ganz klar: Den Schauspieler, Musiker, Maler und Schriftsteller Armin Müller-Stahl. Da gerate ich ins Schwärmen. Seine Ausstellungen sind schon was Tolles. Ja, ich gestehe, ihn würde ich gern mal hier haben wollen. Dicht gefolgt von Michael Triegel aus Leipzig. Er ist noch ein junger Maler und malt aber im Stil der alten Meister.

++ Welche zukünftigen Planungen/Änderungen/Neuerungen etc. stehen an?

Wir würden gern ein Künstlerfrühstück am Sonntag ins Leben rufen. Da könnten die Besucher einer Ausstellung – die Möglichkeit noch zwangloser als zur Vernissage – mit dem Künstler ins Gespräch. Zudem wollen wir unsere Kreativwoche auf den Herbst verlegen.

++ Vielen Dank für das Gespräch und weiterhin ein gutes Händchen bei der Kunst.

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